Verraten - Betrayed -
ISBN: 978-3-565365-33-3
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Erscheinungsdatum: 27.03.2026
Kurzinfo:
92 Seiten - Softcover, DIN A 5
Dieses Buch zeigt einen tiefgehenden Weg zur Heilung von verletzten Herzen und zerbrochenen Beziehungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Beziehungen scheitern – und wie echte Wiederherstellung möglich wird.
Verraten durch eine unausgesprochene, doch gelebte Lüge, die tief in uns verankert ist, die wir von Klein auf an glauben und mit der wir aufwachsen.
“Was bin ich wirklich wert?“
Auf der Suche nach Lösungen und auf dem Weg zur Vergebung
Statt sich nur auf äußere Probleme zu konzentrieren, führt dieses Buch den Leser zu den inneren Ursachen: seelische Verletzungen aus der Kindheit, unerfüllte Bedürfnisse und falsche Überzeugungen über den eigenen Wert. Diese prägen unser Verhalten oft unbewusst und wirken sich direkt auf unsere Beziehungen aus.
Durch praktische Anleitungen, Reflexionen und gezielte Schreibübungen wird ein Weg aufgezeigt, wie diese inneren Wunden erkannt und verarbeitet werden können. Besonders der Prozess der Vergebung spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht als Gefühl, sondern als Weg zur inneren Freiheit.
Darüber hinaus zeigt das Buch konkret, wie Vertrauen nach einem Vertrauensbruch wieder aufgebaut werden kann und wie eine Beziehung einen echten Neuanfang erleben kann.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf der geistlichen Dimension: Der Leser wird eingeladen, Gott in den Heilungsprozess einzubeziehen und dadurch neue Kraft, Frieden und Orientierung zu finden.
Ein ehrliches, tiefgehendes und hoffnungsvolles Buch für alle, die sich nach Veränderung und Heilung sehnen.
Das erste von insgesamt 7 Büchern von Dr. Ron und Nancy Rockey
Leseprobe Kapitel 1:
- Kapitel 1 -
Leere hinter der Fassade – Der Ruf nach mehr
“Endlich ein paar Augenblicke Ruhe,“
seufzte sie, als sie sich auf das Sofa plumpsen ließ.
“Puh, das war ein anstrengender Tag. Was habe ich heute eigentlich geschafft, außer drei Mal nach oben zu rennen, weil Joey Wasser wollte oder aufs Klo mußte? Mal sehen, ich habe ein paar Maschinen Wäsche geschafft und vier Mal die trockene Arbeitskleidung und Joeys saubere Sachen von der Leine geholt. Ach ja, und ich habe Kennys Lieblingsessen gekocht, aber Joey und ich haben es allein gegessen. Wo war derjenige, für den ich es gemacht habe? Der Kleine ist zu jung, um Rinderrahmgeschnetzeltes zu schätzen. Er hätte lieber Makkaroni mit Käse gehabt.
Kenny ist immer noch unten in der Werkstatt. Wieder mal Spätschicht. Ich habe es so satt, immer nur an fünfter Stelle zu kommen. Die Arbeit ist immer an erster Stelle. Dann jeder andere „in Not“, dem Kenny helfen kann. Dann kommt Joey. Und dann passe ich irgendwo dazwischen, für ein paar Minuten. Wenn ich es mir recht überlege – wann hat er mich das letzte Mal irgendwohin eingeladen, einfach nur so, auch wenn wir gar nicht gehen konnten? Ich kann mich nicht erinnern, wann er mich das letzte Mal zum Essen ausgeführt hat. Nur wir zwei. Ich habe mich schon so lange nicht mehr herausgeputzt – das wäre inzwischen ein Großprojekt, ein Kleid auszusuchen. Ob mir meine Sachen überhaupt noch passen oder gut an mir aussehen? Vielleicht ist das das Problem … all die Schokoriegel, die ich in mich hineinstopfe, wenn ich traurig bin. Ich sollte wirklich mal auf die Waage steigen.
Ich glaube, ich werfe einfach die sauberen Laken aufs Bett. Ich sollte das Bett beziehen, bevor Kenny heimkommt. Er will wahrscheinlich kein Abendbrot mehr essen. Meistens holt er sich irgendwo einen Burger, wenn es so spät ist. Wird vermutlich nur noch ins Bett fallen wollen, wenn er endlich hier auftaucht.
Hier, nicht daheim … es sollte ein Zuhause sein, aber wie kann es das sein mit einem abwesenden Ehepartner und Vater. Hm … ob Kenny wohl denkt, ich werde zu dick? Ich werde mich wiegen, wenn ich das Bett gemacht habe.”
Mit diesem letzten, schrillen Gedanken schleppte sich Donna vom Sofa hoch und ging ins Schlafzimmer. Bis sie dort ankam, waren ihr viele andere, lose zusammenhängende Gedanken durch den Kopf geschossen. Plötzlich bemerkte sie, daß ihr Körper vor Schmerzen schrie. Jeder Muskel schien angespannt und kampfbereit zu sein.
“Mein Kopf rast, mein Körper schmerzt, und dieses überwältigende Bedürfnis, mich auf das Bett zu werfen und in Tränen auszubrechen, hat wieder die Oberhand gewonnen. Was ist nur mit mir los? Wann wird dieses Weinen endlich aufhören? Werde ich verrückt? Ich weiß was … ich geh kurz unter die Dusche. Vielleicht verändert das warme Wasser und eine gut duftende Bodylotion meine Stimmung.“
“Donna ... Liebling... Hey, willst du heute Nacht ohne Decke schlafen? Geht es dir gut?“
fragte Kenny, als er sich über die wohlriechende Gestalt seiner Frau beugte, die sich in einer Ecke ihres Bettes zusammengerollt hatte.
„Ich helfe dir beim Bettenmachen, Liebling,“
bot Kenny an, während er das saubere Spannbettlaken nahm. Gemeinsam machten sie schweigend das Bett, dann ging Kenny unter die Dusche. Noch benommen kroch Donna zwischen die frisch duftenden Laken und schlief binnen Sekunden tief ein.
Es muß der Gesang der frühen Morgenvögel gewesen sein, durch den sie noch vor dem Wecker erwachte. Schnell und leise sprang sie aus dem Bett, entschlossen, den Wecker auszuschalten, bevor er laut genug klingeln konnte, um Tote zu wecken. Sie schlich sich aus dem Bett, stellte den Wecker ab und beschloss, Kenny noch ein paar Minuten zu gönnen, da er so tief zu schlafen schien.
“Ja, ein paar Minuten Ruhe und Frieden ganz für mich allein,“
dachte sie, während sie den Wasserkessel aufsetzte, um sich eine Tasse Tee zu machen. Wenig später durchbrach das durchdringende Pfeifen des Kessels die Stille, und sie eilte zum Herd, und sie lief schnell zum Herd, um ihn herunterzunehmen und diesen stillen Moment für sich zu bewahren. Sie machte sich ihren Tee, stellte fest, daß sie noch allein war, und schlich sich zu ihrem alten Eichen-Schaukelstuhl in der Küche. Sie zog das Buch hervor, das sie seit zwei Wochen zu lesen versuchte, hüllte sich in Nanas Häkeldecke und rollte sich zu einer Kugel zusammen. Sie schlug die Stelle auf, an der sie zuletzt aufgehört hatte, und verlor sich wieder in den romantischen Figuren ihres Romans. Sie las, bis der längst vergessene Tee kalt geworden war, und ein Abschnitt in der Geschichte sie zum Nachdenken über ihr eigenes Leben brachte.
Sie hob die Augen von der Seite und starrte ins Leere, begann sich selbst als die Frau in der Geschichte vorzustellen.
“Wenn Kenny mich doch nur einmal um die Taille fassen und mich wegfegen würde....”
“Liebling, was gibt’s heute zum Frühstück? Du scheinst ja gut geschlafen zu haben, was?“
Kenny war wach, und kaum hatte Joey seine Stimme gehört, kam er aus seinem ruhigen Spiel angelaufen. Donna saß regungslos da, noch weit weg in ihren Gedanken und nicht bereit, so schnell wieder in die reale Welt zurückgezogen zu werden.
“Also, wenn du wieder zu dir kommst, könnten wir frühstücken gehen.”
schlug Kenny vor.
“Mach Joey fertig und wir fahren zum Snack Shack. Komm schon, Donna, zieh dich an und laß uns los!“
forderte er sie auf, während er ihr auf die Schulter klopfte und sie aus dem Schaukelstuhl zog. Pflichterfüllt legte sie das Buch weg und ging nach oben, um sich mechanisch Jeans und ein Oberteil überzuwerfen.
Die Rühreier und Bratkartoffeln schmeckten besonders gut, und der große Tomatensaft, den sie bestellte, schien ihr den nötigen Schub zu geben, um sich für den Tag “zusammenzureißen“. Viel zu sagen hatte sie jedoch nicht, und wie üblich sprach Kenny über seine Arbeit, den neuen Auftrag, bei dem er den Schnee beim neuen Einkaufszentrum in der Stadt räumen sollte, und die vielen Projekte, die für den Tag anstanden. Sie war wieder allein gewesen, während er unterwegs war, um anderen bei ihren vielen Bedürfnissen zu helfen... und ihre eigenen würden wieder unerfüllt bleiben.
“Ich würde alles geben für einen Tag oder ein Wochenende allein mit Kenny... keine Arbeit... kein Telefon. Wenn wir zwei doch einfach abhauen und nach Vermont fahren könnten, um die Farben zu genießen und ein paar von diesen saftigen Macoun-Äpfeln zu essen, die so herrlich knacken, wenn man hineinbeißt – und vielleicht ein Stück Cheddar-Käse dazu. Nur wir zwei, nicht die Familie. Gibt es denn gar keine Zeit nur für uns? Aber ich wage nicht, zu fragen,“
stöhnte sie innerlich.
“Kann es sein, daß Kenny das Interesse an mir verloren hat? Bin ich wirklich so langweilig geworden, besonders seit ich mit dem Jungen allein zu Hause bin?“
fragte sie sich. Bevor sie auch nur daran denken konnte, einen solchen Ausflug vorzuschlagen, verkündete Kenny:
“Wir sind zu Hause! ...“
Es fühlte sich an wie an einer Bushaltestelle, als er sie an der Tür absetzte. Sekunden später war er wieder unterwegs, mit seinem Truck davongefahren, um einem Freund bei irgendeinem wichtigen Projekt zu helfen.
Während Joey leise spielte, lag Donna auf dem Sofa, leise Musik lief, und sie hielt ihren Roman in der Hand. Dort entglitt sie ihrer gewöhnlichen, unbefriedigenden Rolle im Leben und tauchte in die aufregendere und verführerischere Welt des Buches ein. Es war dort so anders. Romantik. Luxus. Mondlicht. Ausgedehnte Mahlzeiten mit Blick auf ein sternenübersätes Meer... Was? Ein weiterer Ruck zurück in die Realität. Joey bat um etwas zu essen, also riss sie sich aus dem Fantasieland los und kümmerte sich um seine Bedürfnisse. Während sie Erdnussbutter und Marmelade strich, traf sie ein paar Entscheidungen. Irgendwie muss sich ihr Leben ändern!

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